Europäische Schule wird nicht realisiert

Presseinformation I Templin, 04. August 2026

 

Europäische Schule in Templin wird nicht realisiert – Denkmal bleibt Zukunftsprojekt

Die Stiftung Gebäudeensemble Joachimsthalsches Gymnasium Templin wird die Planungen für die Europäische Schule (est) nicht weiterführen. Die Ergebnisse der vertieften Planungs- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zeigen, dass das Vorhaben unter den heutigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht tragfähig umgesetzt werden kann. Die bereits begonnenen denkmalpflegerischen Sanierungsmaßnahmen bleiben davon unberührt und werden planmäßig fortgeführt.

Die bereits bekannten Kostensteigerungen hatten im vergangenen Jahr zu einer Verkleinerung des Projekts geführt. Auch für diese reduzierte Variante konnte jedoch keine tragfähige Gesamtfinanzierung gesichert werden. Offen blieb insbesondere die Finanzierung weiterer Gebäude und Projektstufen. Da diese Finanzierungslücken nicht geschlossen werden konnten, ist eine wirtschaftlich verantwortbare Umsetzung des Gesamtvorhabens nicht gewährleistet.

Die umfangreichen Planungs- und Prüfungsleistungen dienten dazu, die technische, wirtschaftliche und rechtliche Umsetzbarkeit des Vorhabens belastbar zu bewerten. Gerade diese Untersuchungen haben die Grundlage für die nun verantwortungsvoll getroffene Entscheidung geschaffen, das Projekt in seiner bisherigen Form nicht weiterzuverfolgen. Damit konnten weitere erhebliche öffentliche Investitionen und der Einsatz privater Mittel vermieden werden.

Die für die Gesamtsanierung des historischen Ensembles in Aussicht gestellten öffentlichen Fördermittel werden mit der Entscheidung, das Projekt nicht weiterzuführen, weitgehend nicht in Anspruch genommen. Lediglich ein geringer Teil wurde zweckentsprechend für vorbereitende Maßnahmen sowie Planungsleistungen verwendet. Über die weitere Verwendung der nicht in Anspruch genommenen Mittel entscheiden die jeweiligen Zuwendungsgeber.

Unberührt von dieser Entscheidung bleiben die bereits begonnenen denkmalpflegerischen Maßnahmen. Dank der Förderung durch Bund, Land, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie privater Unterstützer konnte die dringend notwendige Sanierung der historischen Dachlandschaft begonnen werden. Diese Arbeiten werden entsprechend der bestehenden Förderbescheide fortgeführt und sichern dauerhaft den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles – unabhängig von seiner späteren Nutzung.

Henrike Reemtsma, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, erklärt:

„Mit dieser Entscheidung geht für uns eine große Idee zu Ende. Zehn Jahre lang haben wir gemeinsam mit vielen engagierten Menschen daran gearbeitet, das Joachimsthalsche Gymnasium wieder zu einem lebendigen europäischen Bildungsstandort zu machen. Die Begeisterung, die dieses Projekt bei Unterstützerinnen und Unterstützern, Partnern und der Region ausgelöst hat, war außergewöhnlich. Umso schmerzlicher ist es, dass wir diesen Weg nun nicht weitergehen können. So schwer uns dieser Schritt fällt – wir mussten uns der wirtschaftlichen Realität stellen. Eine Umsetzung wäre unter den gegebenen Rahmenbedingungen weder für die Stiftung noch gegenüber den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern verantwortbar gewesen. Von Herzen danke ich allen, die dieses Projekt über viele Jahre mit Vertrauen, Ideen, Zeit, Engagement und großzügiger Unterstützung begleitet haben. Ohne sie wäre diese Vision niemals so weit getragen worden.“

Niels Haberlandt, Geschäftsführer der Stiftung, ergänzt:

„Ich bin Anfang 2026 nach Templin gekommen, um die est zu entwickeln und hier einen europäischen Schulstandort zu etablieren. Die Entscheidung, das Projekt in seiner bisherigen Form einzustellen, bedaure ich sehr. Die Idee eines starken Bildungsstandorts an diesem historischen Ort bleibt aus meiner Sicht richtig. Deshalb stehen wir auch künftig für einen konstruktiven Dialog offen und unterstützen jede tragfähige Initiative, die eine nachhaltige Zukunft für das Joachimsthalsche Gymnasium ermöglicht.“

Die Stiftung bleibt ihrer Verantwortung für das historische Joachimsthalsche Gymnasium verpflichtet. Der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles wird fortgesetzt. Zugleich bleibt die Überzeugung bestehen, dass ein europäisch geprägter Bildungsstandort in der Uckermark im Land Brandenburg weiterhin eine wichtige und zukunftsweisende Idee ist.